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Tesla Blume
Inspiriert von Nikola Teslas elektrischen Innovationen entstand „Tesla Blume” als raumgreifende Lichtinstallation für den Hallescher Kunstverein (2024). Im dunklen Rondell-Inneren: ein realer Teslacoil, der mit künstlichen Blitzentladungen florale Lichtmuster zeichnet. Außen: ein polygonaler Lichtring aus farbigen LEDs. Synchronisiert mit Klang.
Konzept
Tesla baute den Resonanztransformator („Tesla-Coil”) in den 1890er Jahren, um elektrische Energie kabellos zu übertragen — eine Vision, die er nie vollständig realisieren konnte. Was blieb, war ein Gerät, das Hochspannungsblitze von ungebändigter Schönheit erzeugt: unkontrollierbar in den Details, aber gerichtet im Ganzen.
Die Tesla Blume nimmt diese Spannung auf und fasst sie in eine Form. Das Polygon außen — geometrische Klarheit. Der Blitz innen — das Lebendige, Unvorhersehbare. Die Blume entsteht aus dem Zusammenspiel beider: Symmetrie als Behältnis für Chaos.
Aufbau
- Im Inneren des dunklen Rondells: ein aktiver Teslacoil mit künstlichen Blitzentladungen (vereinzelt, in synkopierten Rhythmen)
- Umgeben von einem polygonalen LED-Lichtring in wechselnden Farben — Rot, Bernstein, Magenta, Blau
- Sound-Modul — die Frequenz der Blitze erzeugt hörbare Schwingungen, zusätzlich Klangschichten, die mit den Lichtwechseln synchron laufen
- Vollständig dunkler Raum: das Werk lebt nur in seinem eigenen Licht
Erleben
Das Werk wartet nicht. Die Blitzentladungen treten zufällig ein, das Polygon-Licht pulsiert in eigenen Zyklen, der Klang baut sich auf und löst sich wieder. Der Eindruck im Raum ist nicht statisch, sondern eine Choreografie ohne Wiederholung.
Wer länger bleibt, bemerkt: die Wahrnehmung verschiebt sich. Was im ersten Moment chaotisch wirkt, ordnet sich nach einigen Minuten zu einem inneren Rhythmus. Tesla nannte es das Ohr der Materie — wer elektrische Frequenzen lange hört, beginnt deren Muster zu lesen.
Im Gesamtwerk
Tesla Blume verbindet zwei Linien der Lichtkunst-Praxis:
- die kontrollierte Geometrie wie im Lichtei — Polygone, konzentrische Ringe, ein Zentrum, eine Symmetrie
- die lebendige Unvorhersehbarkeit des elektrischen Blitzes: jede Entladung einzigartig, nie wiederholbar
Wo Walter Russell Licht als geordnete Welle beschreibt und Goethe es als Tat zwischen Pol und Gegenpol versteht, zeigt die Tesla Blume beides gleichzeitig: das Gerichtete und das Chaotische, die Form und ihr Aufbrechen.
Auch eine Verbindung zu Gegen die Schwerkraft besteht: das Werk zeigt, was eigentlich nicht sein kann — eine elektrische Entladung, die für einen Moment Form annimmt. Wie die Glasflaschen, die scheinbar schwerelos sind. Was gegen etwas geht, wird zur Geste.
Status
- Entstehung: 2024
- Ort: Hallescher Kunstverein
- Material: Teslacoil, LED-Ring, Sound, dunkler Raum
- NFT-Kollektion: Tesla Flower auf Getgems
Weiter
Eiförmige Lichtskulptur mit konzentrischen Ringen und vierstrahligem Sternenzentrum — eine Form, die mit der Beleuchtung ihre Stimmung wechselt.
Über Goethe, Schopenhauer und Philipp Otto Runge — und warum ich in eine offene Lücke der Kunstgeschichte springe.
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